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Mittwoch, den 22.9.1999 ( BAIE STE. ANNE PRASLIN )
An diesem Morgen fällt das Frühstück aus. Zunächst planen wir einen Tauchgang mit der Basis vom Paradise Hotel. Aber als der Wind uns zum ersten Mal um die Ohren bläst, entschließen wir uns kurzerhand doch lieber zu segeln. Die Crew nimmt Kurs auf den östlichen Teil von Praslin BAIE STE. ANNE. In dieser Bucht gibt es Frischwasser und einen Supermarkt zum "Nachtanken". Außerdem plant die Mannschaft einen Ausflug zum Vallee de Mai. Mit Windstärke 5-6 Beaufort aus SO kreuzen wir durch die Passage zwischen La Digue und Praslin vorbei an den Channel Rocks. Danach heißt es Segel bergen und unter Maschine dampft der Cat durch den starken Schwell der Einfahrt Kurs 290 Grad zur Bucht Ste. Anne und zum Steg. Es sei noch erwähnt, dass es bei Ebbe in der Einfahrt extrem flach wird. Der Anker fällt ca. 200 Meter hinter dem Steg. Zum Ausruhen ist kaum Zeit,
denn unser Dinghi, das am Vortag ein Stück zum Schiff getragen werden musste, hatte am Bug die Luft verloren. Also Flickzeug auspacken, Dinghi trocknen und abdichten. Die weibliche Besatzung geht schon mal das Nötige einkaufen. Nach getaner Arbeit genießen wir den Sonnenuntergang bei einem Bacardi.

Donnerstag, den 23.9.1999 (Vallee de Mai )
Früh kriechen wir aus den Kojen. Unser Ziel ist das Vallee de Mai. Ein exotischer Garten Eden, der Naturpark von Praslin mit einzigartigen Früchten und Vögeln. Wie z.B. die Coco de Mer, die grösse und schwerste Nuß der Welt (siehe Bild) und dem Black Parrot, eine schwarze Papageienart, die nur hier zu finden ist.

Ein Bus bingt uns vom Anlegesteg zum Park, der etwa eine halbe Stunde entfernt liegt. Selbst die Busfahrt ist schon ein kleines Abenteuer. Dort angekommen, erlebten wir einen eindrucksvollen Vormittag bei einem dreistündigen Spaziergang durch riesige Palmenwälder, die den Tag fast zur Nacht machen. Ein lautes Rauschen vermittelt den Eindruck, als würde es ständig regnen. Für mich ist es ein Muß diesen Park auf Praslin zu besuchen.

Zurückgekehrt, heißt es Klarmachen zum Auslaufen. Doch zuvor musste der Cat noch Wasser bunkern. Der Wind weht immer noch mit 5-6 Beaufort aus SO. Die Crew entschießt sich noch einmal, nach ANSE LAZIO zurückzukehren, um am Freitag morgen nach Cousin Island zu segeln. Unterwegs fangen wir noch reichlich Thuner und 2 Snapper. Mit dieser Beute gehen wir mit noch so guter Laune und in Gedanken an unser Abendessen in ANSE LAZIO vor Anker. Unser Fanggut muss erst mal ausgenommen und filetiert werden. Dazu haben wir Gott sei Dank den richtigen Mann an Bord. Und so liegen die Thunerfilets in kürzester Zeit in der Pfanne.

Freitag, den 24.9.1999 ( Cousin - Vogelinsel )

Das Island ist ein einziges Naturreservat, das mit Unterstützung des WWF als Zuflucht für gefährdete Land- und Seevögel gekauft wurde. Entschließt man sich für einen Besuch, dann sollte man pünktlich entweder um 11:00 oder um 14:00 Uhr am nördlichen Teil des Inselchen auf 5-6 Meter Wassertiefe ankern. Wir hatten uns am Morgen etwas verspätet und dadurch konnten wir erst um 14:00 Uhr die Insel betreten. Da die Brandung etwas stärker ist, ankern wir auf ca. 10 Meter Wassertiefe, was sich im Anschluß als verhängnisvoller Fehler herausstellen sollte. Um 14:00 Uhr werden wir von einem Motorboot abgeholt und mit Power am Sandstrand im Trockenen abgesetzt. Mit uns ist noch ein Ausflugsboot vor Anker geganen. Wichtig auf dieser Insel ist unbedingt ein ausreichender Mückenschutz dabei zu haben, wie z.B. Autan.

Die von 250.000 heimischen Seevögeln und einigen Riesenschildkröten belebte Insel wird von einem Naturforscher, Vogelkundlern und dem Verwalter bewohnt. Dieser führt uns über die 600 m breite Insel und erläutert das einmalige Naturreservat.

Zwei Stunden später sind wir wieder auf unserem Cat und müssen feststellen, dass die Ankerkette sich in 10 Meter Tiefe mehrfach um einen Stein gewickelt hat. Nach einigen Versuchen das Boot durch Vor- und Rückwärtsfahrt freizubekommen, steht fest, einer muss abtauchen um die Ankerkette freizulegen. Kaum gesagt taucht Herbi schon ab und richtet den Anker auf. Da es schon spät am Nachmittag ist, nehmen wir Kurs zurück nach ANSE LAZIO.

 

 

BAI STE. ANNE
 
Cousin Island