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Samstag, den 25.9.1999 (LA DIQUE)
Nach einem ausgiebigen Frühstück verlassen wir sehr Früh und in aller Ruhe ANSE LAZIO in Richtung La Dique. An der Hafeneinfahrt angekommen ankern wir auf 3 Meter Wassertiefe . Etwas unruhig ist es hier schon aber man hat es nicht weit bis zum Anleger. Die Luft hält in unserem Dinghi das wir nun zu Wasser lassen um an Land und zur Tauchbasis zu kommen. Wir hatten vorher schon mit der Basis telefoniert, um einen Tauchgang für den nächsten Morgen zu vereinbaren.

Wir sitzen direkt am Hafen bei einem Getränk und beobachten die Umgebung. Sie scheint unwirklich zu sein, denn die glatten abgerundeten Felsen in einem leicht schleierhaftem Gegenlicht wirken wie ein Märchen. Einfach unglaublich. Die Crew entschließt sich Fahrräder zu mieten um an die bekannten Strände der Insel zu gelangen. Mit 9 Fahrränder sind wir unterwegs, La Dique zu erkunden. Nach einem Mittagessen geht es dann zu den Stränden. Nicht zu glauben, wie Sand, Wasser und Gestein hier eine Landschaft zaubern, die wohl einmalig auf der Welt sein dürfte. Wellenreiten ist für Einheimische im Nordwestteil angesagt. Zum Baden eher zu rauh. Das zieht einem die Beine weg. Auf dem Weg zum "Barcadi-Strand " sieht es wesentlich friedlicher aus. Mit einer Palme die sich ins Meer beugt und dem Felsspalt in dem angeblich die erste Barcadi Werbung gedreht wurde. Hier geht's ins Wasser, ins sehr warme Wasser. Gegen Abend kehren wir dann wieder auf unser Boot zurück. Die 2 Thuner, die unsere Angler am Vormittag noch gefangen hatten, werden zerlegt und es gibt ein schönes und leckeres Fischragout.

Sonntag, den 26.9.1999 (Felicite)
Am Morgen gegen 9:30 Uhr holt uns das Tauchboot an unserem Cat ab. Es geht zu den "Channel Rocks" die in der Passage zwischen La Dique und Praslin liegen. Die See ist ruhig und alles in allem scheint es ein schöner Tauchgang zu werden. Zurückgekehrt gibt es bekanntlich viel zu erzählen. Was mich während des Tauchgangs negativ gestimmt hat, ist die verschwundene bunte, korallenreiche Unterwasserwelt, wie sie vor 5 Jahren noch existiert hat. Was ist in den letzten Jahren passiert? Der Fischreichtum ist jedenfalls noch nicht geschmälert, aber die meisten Korallen sind abgestorben. Das fiel uns schon in den ersten Tagen beim Schnorcheln auf. Der Basisleiter hat uns erklärt, dass vor 3 Jahren das Meer auf 20 Meter Tiefe zwei Monate lang eine Temperatur von über 28 Grad gehabt hätte und dies sei Ursache für das Korallensterben. El Nino ja oder nein, die Zustände auf den Malediven setzen sich jetzt auch schon auf den Seychellen fort. Es ist erschreckend, und gerade für uns Taucher die die Ausmaße direkt vor Augen haben. Trotzdem werben die Tauchbasen mit einer einzigartigen Unterwasserwelt weiter. Als wäre nichts passiert. Es gibt dort auch Stimmen, die sagen, die Fauna würde in kurzer Zeit wieder in voller Pracht erwachen und dies schöner als zuvor. Wer es glaubt, dem sei geholfen.
Wir setzen Segel nach Felicite, eine kleine Insel nordöstlich von La Dique, Kurs 060. Entfernung nur 4 sm. Diese Insel ist in Privatbesitz und ganz und gar mit tropischer Vegetation bedeckt. Den gesamten Nachmittag und die darauffolgende Nacht blieben wir hier vor Anker. Allerdings ein unruhiger Platz zum Übernachten. Hoher Schwell, der um 90 Grad gegenüber dem Wind versetzt ist, läßt uns in den Kojen hin und her rollen. Erst durch Setzen eines zweiten Ankers und durch Ausstellen des Baums nach Luv wird es ruhiger. Außer 2 Weißspitzenhaien die unsere Ankerkette inspizierten, gibt es an diesem Tag nichts Nennenswertes zu berichten.

Montag, den 27.9.1999 (Anse Major / Mahe)
Da wir sowieso die halbe Nacht kein Auge zugemacht haben, beschließen wir, das Gebiet recht früh zu verlassen, um in die BAI STE. ANNE auf Praslin zu segeln. Lebensmittel und Getränke werden eingekauft und unser Cat bekommt 400 Liter Frischwasser und 40 Liter Diesel. Um 10:30 Uhr weht eine gut Brise aus Südost. Diese nutzen wir um das Gebiet um Praslin zu verlassen und nach Mahe zurückzukehren. Kurs 240. Die 24 sm, bei einem Wind von 5-6 Beaufort auf einem Halbwindkurs zur Nordspitze von Mahe, sind schnell durchfahren. Zwischen den Inseln werden immer wieder die Köder an den Haken gehängt. Auch bei voller Fahrt beißen die Thuner. Nur das Einholen der Leinen erfordert Übung. Bei allem Eifer, denkt immer daran, fangt nie mehr, als Ihr selbst verzehren könnt. Gegen 14:00 Uhr erreicht der Cat das Nordcap. Der Wind nimmt durch Fallwinde aus den Bergen zu und mit einer Rauschefahrt geht es entlang der Bucht von Beauvallon in Richtung Südwest nach Anse Major. Der Anker fällt gegen 15:00 Uhr. Eine wunderschöne Bucht, vergleichbar mit Anse Lazio, nur nicht so tief einschneidend. Hier liegen wir ruhig. Unser größter Fang der gleich ausgenommen wird, mißt ca. 60 cm. Eine Schildkröte, die in der Bucht auftaucht sorgt dafür, dass unsere Schnorchler sich klarmachen. Keine 10 Minuten später wird das Dinghi zu Wasser gelassen, um den Strand und die Umgebung zu inspizieren.

 

 

La Digue Hafeneinfahrt

Felicite

 
Anse Major